Beispiel 9.4

Prozessvisualisierung des Hochregallagers im Web-Browser

Es soll die Visualisierungsoberfläche des Hochregallagers aus Beispiel 5.4 zum Bedienen und Beobachten
im Internet bereitgestellt werden. Hierzu ist im Projekt B9_4_HRL_Webvisu.project unter Geräte/VisualizationManager eine Webvisualisierung anzulegen. Dabei ist anzugeben:

  • die Prozessvisualisierung HRL, die im Webclient dargestellt werden soll,
  • der Name der HTML-Seite webvisu.htm, die im Client angezeigt werden soll,die Aktualisierungsrate (z.B. 200 ms),
  • mit der die Items im Client aktualisiert werden sollen und
  • die Speichergröße (z. B. 50 kB) für die zu übertragenen Daten.


Nun ist die Soft-SPS Codesys Win V3 vom Desktop aus zu starten. Danach ist das Projekt in die Soft-SPS zu laden und zu starten. Dann kann man auf demselben PC z. B. Firefox starten und die URL des Webservers in der Soft-SPS 127.0.0.1/webvisu.htm eingeben. Der Server sendet dem Client die Internet-Seite webvisu.htm zurück. In dieser Webseite ist das Java-Applet webvisuplc.jar eingebettet. Beim Aufbau der Webseite startet der Browser mit Hilfe der Java Virtual Machine das eingebettete Applet. Dieses baut dann die Webseite der Prozessvisualisierung auf.

Drückt der Bediener nun in der Webvisualisierung des Browsers z. B. die START-Taste für die Referenzfahrt,
so erkennt das Applet den Wertwechsel für die Variable .START. Das Applet überträgt den neuen Wert an den
Web-Server, wo der neue Wert der Variablen im SPS-Programm zugewiesen wird. Dadurch wird im SPS-Programm der Motor NS_X gestartet und der Aufzug des Hochregallagers bewegt sich nach rechts, bis der Endschalter erreicht ist.

Über die TCP/IP-Verbindung werden die Werte in der Visualisierung auch in der lokalen ABK zyklisch aktualisiert. Eine neue Sensorinformation wird in der Visualisierung durch eine Farbänderung des Feldes GS_X0 kenntlich gemacht. Die Soft-SPS stellt die Prozessdaten im Web-Server bereit. Nach Aufforderung des Clients schickt der Web-Server die aktualisierten Werte an das Applet, das die Webseite im Client aktualisiert.

Der Web-Client kann ein beliebiger PC im Internet sein, auf dem die Bedien- und Beobachtungsoberfläche
im Web-Browser läuft. Somit kann also die Anlage aus der Ferne gesteuert werden.

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